Vertiefte Berufsorientierung
Erfolgreiche Partnerschaft zwischen der BBS II Osterode und der Wartbergschule
Früher, d.h. seit 1989 hieß es Praxistag: Schülerinnen und Schüler der Wartbergschule besuchten einmal in der Woche die BBS II Osterode am Harz und wurden für einen Schultag dort unterrichtet. Mit den Jahren hat sich einiges geändert. Inklusion ist ein wichtiger Begriff in der deutschen Bildungslandschaft geworden. Die Wartbergschule hat eine interne Inklusion vorgenommen. Die Schülerinnen und Schüler werden jahrgangs- und förderschwerpunkübergreifend unterrichtet. Zur Zeit werden sechs Oberstufenklassen geführt.
Vier Berufsfelder
Von diesen Oberstufenschülern besuchen alle Entlassschüler das Projekt „Vertiefte Berufsorientierung“. Dabei werden sie von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen begleitet. In den Bereichen Holztechnik (Lehrer Knut Müller), Hauswirtschaft (Lehrerin Silvia Steinert), Körperpflege (Lehrerin Petra Kaddatz) und Metalltechnik (Lehrer Dirk Schubert) können sie Inhalte erleben und Vorgänge gestalten, die sie befähigen, einem Berufsschulunterricht zu folgen.
Dabei wechselt nach drei Monaten das Berufsfeld, so dass jedem Beteiligten die Möglichkeit geboten wird, in allen vier Bereichen Eindrücke zu sammeln und so möglicherweise für sich etwas zu finden. Auch die Bekanntschaft mit Rita Nienstedt, der Schulsozialpädagogin der BBS II Osterode, ist für die Schülergruppe wichtig, denn Frau Nienstedt wird auch später in der BBS II eine Ansprechpartnerin sein.
Wichtige Aspekte
Im Gespräch mit Knut Müller, der den Bereich Holztechnik vertritt und der selbst auch an die Wartbergschule abgeordnet ist, ergeben sich interessante Aspekte:
Er schildert anschaulich, wie wichtig es für die Schülergruppe ist, einen neuen Lernstandort, der sich vom vertrauten Schulort unterscheidet, zu erleben und kennen zu lernen. „Es macht die Welt für die Schülerinnen und Schüler größer“, wenn sie für einen Tag vertrautes Terrain gegen Unbekanntes tauschen, es baut Hemmnisse ab, Neues zu erfahren. Auch dass Berufsschulnoten rein ergebnisorientiert sind und sich nicht nach den individuellen Möglichkeiten richten, ist neu für die Schüler und die eine oder andere Enttäuschung muss dabei verarbeitet werden. Daneben gibt es aber auch die Förderschulnoten, damit man den jungen Menschen gerecht wird. Knut Müller macht in seinem Ausführungen deutlich, dass die Entwicklung zum Dienstleister einen gewaltigen Fortschritt bedeutet. Die Erfahrung, dass ich eine Vorlage (z.B. ein Frühstücksbrettchen) kreativ gestalte, es dann aber unverändert einem Herstellungsprozess unterwerfe, ist ein großer Schritt hin zu einem Mitarbeiter in einer Werkstatt oder einem Betrieb.
Für ihn ist die Arbeit mit den Schülerinnen und Schüler und deren Möglichkeiten eine Bereicherung im Schulalltag und besonders wichtig im Hinblick auf die Zukunft dieser jungen Menschen.
Bildunterschrift: v.l. n.r Team vertiefte Berufsorientierung Frau Steinert, Herr Müller, Herr Schubert, Frau Kaddatz und Schulleiter
Herr Dr. Wehmeyer
Der Harzkurier schrieb am 02.06.2015 "Einblick in Berufsschulunterricht"